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Solarkraftanlage in Tschernobyl eröffnet: Erneuerbare Energien in der Ukraine mit Hilfe deutscher Expertise

15.10.2018 - Artikel
Eröffnung der Solarkraftanlage in Tschernobyl
Eröffnung der Solarkraftanlage in Tschernobyl© Solar Chernobyl LLC

Am 05.10.2018 wurde in Pripyat, auf dem Industriegelände des stillgelegten Kernkraftwerks Tschernobyl, die Solarkraftanlage „Solar Chernobyl“ feierlich eröffnet. Das von einem deutsch-ukrainischen Konsortium ca. 100 Meter vom Sarkophag des 1986 zerstörten Reaktorblocks Nr. 4 erstellte Solarprojekt ist die erste Investition an diesem Standort seit dem Reaktorunglück.

Die eine Fläche von 1,6 Hektar umfassende Solarkraftanlage verfügt über eine Produktionskapazität von 1 Megawatt. Die jährliche Produktionsleistung der Anlage wird mit 1.024 Megawattstunden angegeben. Solar Chernobyl erzeugt bereits seit dem 01.07.18 Solarstrom und speist diesen nach dem ukrainischen „grünen Tarif“ in das ukrainische Stromnetz ein. Nach der Beendigung der Erzeugung von elektrischem Strom aus Kernkraft in Tschernobyl im Jahr 2000 wird an diesem Ort - nach 18-jähriger Unterbrechung - nun wieder Elektrizität erzeugt.

Solar Chernobyl ist bereits das zweite Projekt, das von dem deutsch-ukrainischen Konsortium auf einem Standort umgesetzt wird, der in Folge des Nuklearunfalls von Tschernobyl kontaminiert wurde. So errichtete das Konsortium schon im Jahr 2016 in Bragin, Weißrussland, ein Solarkraftwerk mit einer Kapazität von 4,2 Megawatt.

Eröffnung der Solarkraftanlage in Tschernobyl
Eröffnung der Solarkraftanlage in Tschernobyl© Deutsche Botschaft Kiew

Der ukrainische Minister für Ökologie und Natürliche Ressourcen, Ostap Semerak, hatte wiederholt Investitionen in Solartechnologie in der Schutzzone des ehemaligen Kernkraftwerks Tschernobyl angeregt, um an diesem Standort neben Naturschutz auch wieder energiewirtschaftliche Aktivitäten zu ermöglichen. Das deutsch-ukrainische Konsortium kommt dieser Aufforderung nach. Es strebt in Tschernobyl eine Ausweitung der Solarstromerzeugungskapazität auf 100 MW an. Die auf Seiten des Konsortiums bestehenden umfangreichen Erfahrungen beim Bau und Betrieb größerer Solarkraftanlagen kämen diesem Erweiterungsprojekt zu Gute.

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