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Wirtschaft

23.08.2017 - Artikel

Stand: August 2018

Volkswirtschaft

Der Osten des Landes ist das (schwer-)industrielle Zentrum der Ukraine, der Westen ist ländlicher, aber zunehmend auch von Leichtindustrie geprägt. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die metallurgische und chemische Industrie, die Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie sowie der Maschinenbau, zudem zunehmend der IT-Sektor.

Die ukrainische Industrie leidet in weiten Teilen unter geringer Wettbewerbsfähigkeit aufgrund veralteter Anlagen und hohen Energieverbrauchs. Die Ukraine weist jedoch auch eine Reihe von Standortvorteilen auf: einen mit rund 45 Millionen Einwohnern relativ großen Binnenmarkt, einige hoch entwickelte Nischensektoren wie Flugzeug- und Raketenbau, die unmittelbare geografische Nähe zu den Absatzmärkten in der EU und in Osteuropa, einen hohen Nachholbedarf bei Konsum und Modernisierungsinvestitionen, sehr gute natürliche Voraussetzungen für die Landwirtschaft sowie ein vergleichsweise niedriges Lohnniveau bei grundsätzlich hohem Ausbildungsstand.

Nach dem Zusammenbruch der zentralistischen Planwirtschaft Anfang der 90er Jahre wurde das ehemalige Staatsvermögen rasch privatisiert. Aus dieser Entwicklung ist eine Gruppe von 'Oligarchen' hervorgegangen, die auch heute noch auf verschiedene Weise erheblichen Einfluss auf wirtschaftspolitische Entscheidungen nimmt. Gleichzeitig sind bis heute wesentliche Teile der Wirtschaft in Staatshand verblieben. Die Regierung strebt weitgehende Privatisierungen an, bisher jedoch ohne großen Erfolg.

Nachdem die ukrainische Wirtschaft 2015, nicht zuletzt infolge der fortgesetzten Kampfhandlungen im Osten des Landes, noch um 10,6% schrumpfte, hat sie sich seit 2016 stabilisiert und auf einen leichten Wachstumspfad begeben (BIP-Wachstum 2,3% 2016 und 2% 2017). Im Falle einer dauerhaften Beendigung der militärischen Auseinandersetzungen in der Ostukraine und bei Umsetzung der von IWF , EU und weiteren internationalen Akteuren unterstützten wirtschaftlichen Reformpolitik sollte die Ukraine zukünftig mit kontinuierlichem Wachstum rechnen können, auch wenn weiterhin erhebliche Risiken bestehen (zeitweise Verschlechterung der „terms of trade“ infolge Preisrückgangs für zahlreiche Exportgüter; gegen die Ukraine gerichtete Wirtschaftsmaßnahmen Russlands;  Korruption und mangelnde Rechtssicherheit; Risiken im Bankensystem; potenzielle Engpässe bei der Energie- und Rohstoffversorgung).

Wirtschaftspolitik

Die gegenwärtige ukrainische Regierung hat sich einem umfassenden Reformprogramm verschrieben, dessen weitere Umsetzung die Wettbewerbsfähigkeit der ukrainischen Wirtschaft deutlich erhöhen würde. Zu einem erheblichen Teil basiert es auf den Vorgaben des 2014 unterzeichneten und am 01.01.2016 in Kraft getretenen Assoziierungsabkommens mit der EU, das die Übernahme europäischer Standards und eine weitere Liberalisierung des Handels mit der EU vorsieht. Das ukrainische Parlament hat hierzu bereits einige weitreichende Gesetzesvorhaben beschlossen, beispielsweise zur Neugestaltung des Gasmarktes in Einklang mit EU-Wettbewerbsregeln. Das laufende IWF-Programm und die darin mit der Ukraine erzielten Vereinbarungen zu weiteren Reformschritten tragen  - bei konsequenter Umsetzung  - zur weiteren Stabilisierung bei.

Außenhandel

Die Ukraine (seit 2008 Mitglied der WTO) ist eine stark exportorientierte Volkswirtschaft. Die Exporte (zu einem bedeutenden Teil Agrarprodukte und Stahlerzeugnisse) machen mehr als ein Drittel des BIP aus. Sie setzen sich größtenteils aus Roh- und Halbfertigwaren (auch Agrarerzeugnisse) zusammen. Das Assoziierungsabkommen mit der EU beinhaltet in diesem Zusammenhang ein umfassendes und vertieftes Freihandelsabkommen, das der Ukraine verbesserte  Perspektiven für die Steigerung ihrer Exporte in die EU eröffnet.

Das trägt der  Umorientierung des ukrainischen Außenhandels in den letzten Jahren Rechnung: Während die Handelsbeziehungen der Ukraine mit Russland und anderen GUS nunmehr stark rückläufig sind, werden die EU und Asien als Außenhandelspartner  immer wichtiger. Der  EU-Anteil am ukrainischen Außenhandel liegt inzwischen bei ca. 40% mit einer steigenden Tendenz;  der russische Anteil liegt dagegen inzwischen nur noch bei ca. 10%.

Investitionen

Die bestehenden ausländischen Direktinvestitionen in der Ukraine betrugen laut ukrainischem Statistikamt Ende 2016 rund 45 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich mit anderen Ländern der Region sind die Direktinvestitionen pro Kopf damit niedrig. Das größte Investitionsvolumen kommt dabei aus Zypern (wobei es sich größtenteils um de facto ukrainisches und russisches Kapital handeln dürfte; gleiches gilt mit Blick auf Investitionen aus den  British Virgin Islands und Belize). Die zweitgrößten Investitionen kommen aus  den Niederlanden, gefolgt von Deutschland, Russland, Österreich und Großbritannien.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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