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Wer mit einem „open mind“ in die Ukraine kommt, wird überall offene Türen vorfinden

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Fünf Monate lang haben drei Hochschulabsolventen aus Deutschland ein Praktikum in der Werchowna Rada gemacht und in den Sekretariaten der Ausschüsse und Verwaltungseinheiten mitgearbeitet. Wir haben sie befragt, wie es eigentlich war. Über seine Erfahrungen und Eindrücke berichtet Toni Michel:

Toni Michel
Toni Michel© Toni Michel

Was hat Sie dazu bewegt, sich für das Praktikum in der Werchowna Rada der Ukraine zu bewerben?

Vor meinem Praktikum war die Ukraine leider ein „Black Spot“ für mich. Obwohl im ganzen Land gerade Geschichte geschrieben wird und wichtige Weichen für die Zukunft der ganzen Region gestellt werden, hatte ich mich bisher wenig mit der Ukraine beschäftigt. Für mich war es dann einfach an der Zeit, das Land endlich tiefgründiger kennenzulernen - dafür war das Praktikum in der Werchowna Rada ideal.

Im welchen Auschusssekretariat der Rada haben Sie Ihr Praktikum absolviert? Mit welchen Aufgaben waren Sie während des Praktikums betraut?

In der Rada war ich im Auswärtigen Ausschuss tätig. Dort hatte ich eine sehr interessante Doppeltätigkeit inne: zum einen war meine Aufgabe, die Umwälzungen im Westen und in Deutschland den Ukrainern besser greifbar zu machen und zu kontextualisieren. Andererseits kam ich innerhalb und außerhalb des Ausschusses mit zahlreichen ausländischen Besuchern in Kontakt, die sich für Analysen aus erster Hand über die Ukraine interessierten. Durch viele ausführliche Recherchen zu allerlei Themen und durch ausgiebige Gespräche habe ich viel lernen können.

Mit welchen Herausforderungen waren Sie während des Praktikums konfrontiert?

Gerade im Kontext des Konflikts mit Russland war es oft wichtig, die Position Deutschlands als Unterstützer und Verbündeter der Ukrainer zu erklären, dem aber gleichzeitig aufgrund unserer langen und komplizierten Geschichte mit Russland an einem Ausgleich und konstantem Dialog mit Moskau gelegen ist. 

 Welche Eindrücke aus der Ukraine haben Sie am stärksten geprägt? Was nehmen Sie mit nach Hause?

Die Weltoffenheit, Gastfreundschaft und Neugier der Ukrainer. Außerdem die unglaubliche Energie, mit der viele Aktivistinnen und Aktivisten täglich daran arbeiten, ihre Nachbarschaft, ihre Stadt und ihr Land zum Positiven zu verändern. 

Welchen Rat würden Sie den nächsten Teilnehmern am Rada-Praktikantenprogramm mit auf den Weg geben?

Wer mit einem „open mind“ in die Ukraine kommt, wird überall offene Türen vorfinden.
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