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Ansprache von Botschafter Reichel bei der Eröffnung der Ausstellung "Beyond Duty" anlässlich des Holocaust-Gedenktages

30.01.2018 - Artikel
Eröffnung der Ausstellung Beyond Duty anlässlich des Holocaust-Gedenktages
Eröffnung der Ausstellung "Beyond Duty" anlässlich des Holocaust-Gedenktages© Deutsche Botschaft Kiew

Ich bin für die Einladung zur Eröffnung dieser Ausstellung zutiefst dankbar. Es waren meine Landsleute, es war mein Land, das, von Rassenwahn und entsetzlicher Zielstrebigkeit getrieben, einen Völkermord begangen hat, der in seinem Ausmaß präzedenzlos in der Geschichte war. Als Repräsentant Deutschland ist es eine demütig machende Geste der Großzügigkeit und Menschlichkeit, dass ich eingeladen wurde, um an einen deutschen Gerechten unter den Völkern zu erinnern, der half, das Leben tausender Juden zu retten.

Der Name dieses deutschen Diplomaten war Georg Ferdinand Duckwitz, damals Marineattaché in Kopenhagen. Er informierte 1943 die dänischen Behörden über die geplante Deportation der Juden in Dänemark und unterstützte das historische Unterfangen, bei dem dänische Bürger ihren jüdischen Mitbürgern halfen, nach Schweden zu entkommen. Auf diese Weise konnten beinahe acht Tausend Menschen fliehen.

Diese erfolgreiche Rettungsaktion beschrieb die jüdische Historikerin Leni Yahil als „Licht in der Dunkelheit des Holocaust“ für die Juden in Dänemark. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs intervenierte Duckwitz erfolgreich, um sicherzustellen, dass deutsche Soldaten in Dänemark kapitulierten ohne bis zum Letzten zu kämpfen, was weitere sinnlose Zerstörung und Verluste verhinderte.

Duckwitz arbeitete weiter als Diplomat und widmete sich auch besonders Osteuropa. Er wurde 1967 Staatsekretär für den damaligen Außenminister und späteren Nobelpreisträger Willy Brandt.

Die Geschichte des Diplomaten Duckwitz ist ein mahnendes Beispiel, dass wir unter allen Umständen verpflichtet sind, Menschlichkeit und Menschenwürde gegen Hass und Zerstörung zu verteidigen.

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