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Zum zehnten Mal werden verwundete ukrainische Soldaten nach Deutschland geflogen, um in Krankenhäusern der Bundeswehr behandelt zu werden

06.10.2020 - Pressemitteilung

Vor Reisen in die Ukraine wird gewarnt. Deutsche Staatsangehörige sind dringend aufgefordert, das Land zu verlassen. Falls Sie das Land nicht auf einem sicheren Weg verlassen können, bleiben Sie vorläufig an einem geschützten Ort. Eine Evakuierung durch deutsche Behörden ist derzeit nicht möglich. Der Luftraum ist geschlossen. Eine Ausreise ist grundsätzlich auf dem Landweg möglich.
Die Deutsche Botschaft hat den Dienstbetrieb in Kiew in eingeschränkter Form wieder aufgenommen, nimmt bis auf Weiteres jedoch keine konsularischen Aufgaben wahr. Das Generalkonsulat in Donezk (mit Sitz in Dnipro) ist weiterhin geschlossen, ebenso das Büro der Honorarkonsulin in Charkiw.

Sie erreichen die Botschaft per E-Mail über das Kontaktformular.

Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts finden Sie hier ; ein FAQ und weitere aktuelle Informationen unter www.diplo.de/ukraineaktuell

Verwundetentransport
Pressestatements des Leiters des Ärzteteams der Bundeswehr, Oberstarzt Dr. Fischer, und der Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in der Ukraine, Frau Anka Feldhusen© Deutsche Botschaft Kiew

 „Im Mittelpunkt des heutigen Tages stehen die Menschen, denen wir heute helfen. Ich bin froh, und auch stolz, dass die Bundeswehr diese Einsätze fliegt“, sagt Botschafterin Anka Feldhusen über den heutigen Verwundetentransport. Zum zehnten Mal war ein A310 als MedEvac auf dem Flughafen Kiew-Boryspil gelandet, um verwundete ukrainische Soldaten zur Behandlung nach Deutschland auszufliegen.

In den Tagen zuvor hatte ein sechsköpfiges Erkundungsteam die sogenannte Strategic Airmedical Evacuation vorbereitet. Gemeinsam mit ukrainischen Sanitätsoffizieren erhoben sie im zentralen Militärkrankenhaus Kiew Befunde und sprachen mit den in Frage kommenden Patienten. Ausgeflogen werden nun 13 Soldaten, die unter dauerhaften Schäden nach Spreng- oder Schussverletzungen im Kriegseinsatz leiden. Sie werden in den Krankenhäusern der Bundeswehr (Berlin, Ulm, Koblenz) behandelt.

Insgesamt wurden in den vergangenen sechs Jahren bereits 139 Patienten nach Deutschland geflogen. Das Projekt begann 2014, als notfallmäßig verwundete Demonstranten des Euromaidan ausgeflogen wurden. Nun werden allerdings nicht mehr akute Fälle, sondern Langzeitverwundete in Deutschland versorgt.

Deutsch-ukrainische Zusammenarbeit im militärischen Bereich

Sanität ist das zentrale Thema der bi-nationalen deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit im militärischen Bereich. Deutschland engagiert sich dabei nicht nur in der Behandlung und Rehabilitation, sondern sorgt auch für bessere Arbeitsbedingungen in ukrainischen Militärkrankenhäusern. Aus Mitteln der sogenannten Ertüchtigungsinitiative wurde 2019 medizinisches Diagnosegerät im Wert von 1,9 Millionen Euro für das zentrale Militärkrankenhaus der Ukraine beschafft. Dabei handelte es sich um einen Angiographen sowie fünf mobile Röntgengeräte. In diesem Jahr beläuft sich der zur Verfügung stehende Betrag sogar auf mehr als drei Millionen Euro.

Im Rahmen der Ausbildungshilfe nehmen außerdem ukrainische Mediziner regelmäßig an fachärztlichen Aus- und Weiterbildungen in Krankenhäusern der Bundeswehr teil.

MedEvac

Der Airbus A310 gehört zu den Arbeitstieren der deutschen Luftwaffe. In der Version MedEvac ist das Transportflugzeug ein wichtiges Glied in der Rettungskette der Bundeswehr, um Verletzte über große Distanzen zu transportieren. Über den Wolken kann intensivmedizinische Betreuung modernsten Standards gewährleistet werden. Neben sechs Intensivpatienten können weitere 38 Patienten liegend transportiert werden. Zur Ausstattung gehören unter anderem Intensivbeatmungsgeräte, tragbare Ultraschallgeräte und Defibrillatoren.

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